Am Sonntag (19.04.) ging es frohen Mutes nach Lichtenstein zur HSG Sachsenring. Da der aktuelle Spitzenreiter HC Fraureuth am Vortag vom HV Grüna besiegt wurde, wollten unsere Mädels den Sprung an die Tabellenspitze klarmachen. Die Zeichen dazu standen nicht schlecht, entschieden sie doch das Hinspiel mit acht Toren für sich. Aber ein Blick auf die letzten Ergebnisse zeigte, dass die Gastgeberinnen sich unermüdlich weiterentwickelten und den favorisierten HV Grüna bereits zwei Punkte geklaut hatten. Die Aufgabe war also alles andere als ein Selbstläufer.
Der Start verlief vielversprechend. So erzielte Ida bereits nach 28 Sekunden ihr erstes Kontertor. 37 Sekunden später dann das Déjà-vu. So weit so gut. Der dritte Treffer wurde kurzerhand aus gut 10 Meter Entfernung erzielt. Läuft! Die Anschlusstreffer beunruhigten die Burgstädterinnen (noch) nicht, hatte man doch die Angreiferinnen gut im Griff und zwang sie ihrerseits aus der Distanz zu werfen. Lina Lorie überzeugte heute besonders mit Beinen, Füßen und zwischen den Knien gehaltenen Bällen und machte den Mädels vom Sachsenring das Leben schwer. Wilhelmine lief sich mit Überblick frei und konnte nur durch einen Schubbser am Torwurf gehindert werden. Karolina holte unterdessen einen Siebenmeter für ihr Team heraus, sodass sich der BHC mit 7:4 leicht absetzen konnte. Doch wer glaubte, dass sich die Hausherrinnen davon beeindrucken ließen, irrte. Ihr erster Konter beflügelte die Lichtensteinerinnen so unglaublich, sodass sie in nur zwei Minuten, durch ein immer munterer und agiler werdendes Spiel, den Ausgleich erzwangen. Das ging auch an der gegnerischen Torhüterin nicht spurlos vorbei, die jetzt wirklich schöne Würfe von Clara und Jasmin parierte. Gerade noch rechtzeitig stoppte Magdalena diese Serie und brachte ihre Mannschaft mit 8:7 erneut in Führung. Nach einem langen Pass von Ida, schloss sich Mathilda diesem Aufwärtstrend an. Auch Clara wollte unbedingt an dem Torwart vorbei und brachte ihren Wurf mit reiner Willenskraft im gegnerischen Kasten unter. Nach der Auszeit brachten Lucy, Helene und Hanna Sofie neuen Wind ins Spiel. So traf Hanna Sofie nur zwanzig Sekunden später zum 10:8. Sophia bereitete unterdessen Karolinas Torerfolg mit einem präzisen Anspiel vor. Doch irgendwie schien heute jede Führung an der Konzentration zu rütteln und nach jedem kleinen Puffer, lud man die Gastgeberinnen durch vermeidbare Abspiel- und Fangfehler zu einer Aufholjagd ein. Trotzdem, eine schöne Aktion gab es in der letzten Minute noch, als Sophia mit Schwung die Latte traf und der Ball in entgegengesetzte Richtung wegsprang, wo Hanna Sofie nur darauf wartete ihn ins Eck zu befördern. Knapper als nötig endete die erste Halbzeit 15:14 für die Mädels des Handballclubs.
Nach zwei gewonnenen Spielen in Folge wollten die Mädels vom Sachsenring nochmal richtig zeigen, was in ihnen steckt. Unermüdlich kämpften sie um jeden Treffer, griffen beherzt zu und suchten auch die kleinsten Lücken. Dennoch erwischten die Burgstädterinnen den besseren Start in die zweite Hälfte. Lucy schnappte sich ein ungenaues Zuspiel und sprintete beherzt Richtung Tor. Bevor sie von ihrer Gegenspielerin attackiert werden konnte, warf sie den Ball noch im Fallen zu ihrer Mitspielerin, die so einen weiteren Torversuch unternehmen konnte. Lia deutete kurze Zeit später einen Sprungwurf an und übergab den Ball an Mathilda, die heute mit der Latte noch eine persönliche Rechnung offen hatte, aber schließlich, in der 32. Minute, zum 18:15 traf. Lia nutzte unterdessen ihren Größenvorteil und pfefferte den Ball im Sprungwurf von der Freiwurflinie. Diese Rakete wehrte die immer mehr an Selbstvertrauen gewinnende Torhüterin souverän ab, hatte aber gegen den sofortigen Nachsetzer keine Chance mehr. Lina Lorie, die heute von Tanja nur von der Bank aus unterstützt werden konnte, parierte nervenstark einen Siebenmeter. Alles hätte so schön sein können, wäre nach 43 Minuten der Schlusspfiff ertönt: 25:20-Führung, zwei Punkte, Tabellenführung, Jubel, Freude, Heiterkeit. Aber leider geht das Spiel ja bekanntlich 50 Minuten… Sieben Minuten reichten aus, um das Spiel noch einmal komplett zu drehen. Die Lücken wurden, nicht nur in Unterzahl, größer, die Pässe ungenauer, das gegnerische Tor kleiner. Trotz Helenes energischer Verteidigung und Claras Tor in Unterzahl hatten die Lichtensteinerinnen am Ende mehr Biss, Kampfgeist und vor allem Nerven. Und wenn es mal nicht läuft, kommt oft noch Pech hinzu. So erzielten die Gastgeberinnen ein wirklich traumhaftes Tor: die Außenspielerin traf unten perfekt den Innenpfosten, von wo der Ball noch hinter die Torlinie sprang. Da hatte Josefine trotz allen Streckens keine Chance mehr. Um den noch rauszukratzen muss man schon Andi Wolf heißen! Der Jubel der Lichtensteiner Fans war, zurecht, frenetisch. Die letzte Minute hielt es sie nicht mehr auf ihren Plätzen und so gaben sie nochmal richtig Gas für ihre Mannschaft, so dass diese auch sechs Sekunden vor Schluss den Siegtreffer erzielten. Auch wenn wir unseren Burgstädter Mädels so gern zum Sieg gratuliert hätten, verneigen wir uns doch vor der kämpferischen Leistung der Sachsenringmädels, die sich in den letzten Spielen enorm gesteigert haben und freuen uns schon auf hoffentlich weitere Begegnungen auf Augenhöhe.
Doch hat auch diese enorm knappe 26:27-Niederlage ihr Gutes: anders als in der Fußballbundesliga steckt am 25. April nochmal richtig Pfeffer in den Begegnungen der Platzierungsrunde 7-12, denn sowohl der HC Fraureuth, als aktueller Spitzenreiter, der BHC, als aktueller Verfolger, und auch der punktgleiche HV Grüna haben noch die Chance sich den ersten Platz der Platzierungsspiele zu sichern. Auch der TSV Lichtentanne kann sich mit einem Sieg gegen den HV Grüna noch in die „Medaillenränge“ der Platzierungsspiele katapultieren. Es bleibt also spannend. Nur eins ist klar: Die Mädels brauchen noch einmal eure Unterstützung! Holt die Trommeln raus, poliert die Tröten und lasst am 25.04.26 (14 Uhr) zum großen Saisonfinale die heimische Halle beben!